Fahrradhelme bieten Sicherheit

Er ist umstritten, der Fahrradhelm. Kinder wollen ihn nicht tragen, Ehemänner fühlen sich von ihrer Frau genervt, und Oma hat Angst um ihre Frisur. Dabei kann der Helm im Falle eines Sturzes tatsächlich Schaden begrenzten und sogar Leben retten. Gleich vorweg sei jedoch festgestellt: Es gibt Befürworter von Fahrradhelmen ebenso wie Gegner, und beide haben gute Argumente. Einen tatsächlichen Nutzen hat bislang keine ernstzunehmende Studie nachgewiesen, weil keine unabhängige Zufallsstudie gemacht wurde.

Wie ist die gesetzliche Lage?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Vorschrift für das Tragen eines Helms. Es bleibt jedem Radfahrer, egal welchen Alters, selbst überlassen, ob er oder sie einen Fahrradhelm aufsetzen will. In anderen Ländern ist das nicht so. In Spanien beispielsweise ist außerhalb von Ortschaften der Fahrradhelm vorgeschrieben, Ausnahmen betreffen medizinische Indikationen und extreme Wetterlagen. In Finnland ist das Tragen des Helms ebenfalls vorgeschrieben, in Österreich müssen alle Kinder unter 12 Jahren, die selbst fahren oder auf dem Fahrrad mitgenommen werden, einen Helm tragen. In Schweden besteht die Helmpflicht für alle Radfahrer unter 15 Jahren, ebenso in der Slowakei (dort müssen außerhalb der Ortschaften von allen Radfahrern Helme getragen werden). In einigen Staaten der USA ist der Fahrradhelm ebenso vorgeschrieben wie in einigen Gebieten von Australien und in Neuseeland. In anderen Ländern stellen Radfahrer mit Helm eine echte Rarität dar.

Welchen Nutzen bringt der Fahrradhelm?

Ein Fahrradhelm schützt den Kopf des Radfahrers

Ein Fahrradhelm schützt den Kopf des Radfahrers

Der Fahrradhelm soll den Kopf des Radfahrers im Falle eines Sturzes oder einer Kollision schützen. Kopfverletzungen bei Radfahrern kommen relativ häufig vor, da das Fahrrad im Gegensatz zum Auto keinen schützenden Rahmen bildet, aber bei Unfällen mit motorisierten Fahrzeugen ähnliche Kräfte auf den Radfahrer einwirken wie auf die anderen Beteiligten. Die Kopfverletzungen sind häufig mit bleibenden Schäden des Gehirns verbunden oder führen zum Tod. Ein Fahrradhelm kann nicht alle diese Verletzungen verhindern, aber er kann sie in vielen Fällen abmildern, indem die außen harte und innen flexible Schale des Helms die einwirkenden Kräfte abfängt. Die glatte Oberfläche des Helms soll zudem ein Abgleiten auf dem Untergrund erleichtern, so dass der Kopf weniger Schürfungen erleidet und die Wirbelsäule weniger Schub ausgesetzt ist.

Welchen Schaden kann der Helm anrichten?

Ein Fahrradhelm vergrößert den Umfang des Kopfes um etwa 20 %, die Masse des Kopfes um etwa 5 % und den Trägheitsmoment am Wirbelsäulenansatz um etwa 10 %. Dadurch wirken unter Umständen (abhängig von der Art des Unfalls, des Aufpralls, der Kollision) höhere Kräfte auf die Wirbelsäule des Radfahrers ein und es kann zu schwerwiegenderen Verletzungen im Bereich der Halswirbel kommen als dies ohne Helm der Fall wäre. Helmgegner argumentieren außerdem, dass eine Tragepflicht des Helms Radfahrer unvorsichtiger werden ließe (und damit zu mehr Unfällen führen würde) und dass Autofahrer weniger Rücksicht auf Radfahrer nehmen würden dank der vermeintlichen Sicherheit, die der Helm bietet.

Verschiedene Helme

Die früher vor allem für Kinder üblichen Weichschalen-Helme aus aufgeschäumtem Schaumstoff sind nicht mehr gebräuchlich, da sie zu viel Widerstand bieten und eher gefährlich sind. Moderne Radhelme sind leicht, sie bestehen aus einem Kunststoffschaum, der mit einer harten Schicht überzogen ist, und haben ein ausgeklügeltes Gurtsystem sowie Belüftungsschlitze. Das sind die sogenannten Mikroschalen-Helme. Hartschalen-Helme haben eine harte Plastikschale über der weichen Innenschale, oft auch einen Kinnschutz. Sie werden überwiegend im Gelände, bei BMX-Rennen und dergleichen eingesetzt, denn sie haben wenige oder keine Lüftungsschlitze und sind schwerer.

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